Wechseljahre – was dem Körper jetzt fehlt
Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben jeder Frau. Ab etwa dem 45. Lebensjahr sinkt die Östrogenproduktion des Körpers kontinuierlich – und damit verändert sich vieles: Die Monatsblutungen werden unregelmäßiger und bleiben schließlich ganz aus. Diese hormonelle Umstellung bleibt selten ohne Folgen. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und ein erhöhtes Osteoporoserisiko gehören zu den häufigsten Beschwerden.
Die chemische Hormonersatztherapie (HET) ist eine Möglichkeit, diesen Beschwerden zu begegnen – sie ist jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen umstritten und sollte immer mit einer Gynäkologin besprochen werden. Daneben gibt es gut belegte natürliche Wege: Eine gezielte Versorgung mit bestimmten Aminosäuren kann Wechseljahresbeschwerden auf mehreren Ebenen wirksam begleiten.
Arginin – lindert Hitzewallungen durch gesündere Gefäße
Hitzewallungen sind das bekannteste Symptom der Wechseljahre – und ihre Ursache liegt tiefer als viele denken. Mit sinkendem Östrogenspiegel verlieren die Blutgefäße zunehmend ihre Fähigkeit, sich flexibel zu weiten und zu verengen. Diese eingeschränkte Gefäßfunktion führt dazu, dass die Körpertemperatur schlechter reguliert wird. Fast vier von fünf Frauen in der Menopause berichten von Hitzewallungen.1
Eine Studie der Universität Colorado mit 129 Frauen in verschiedenen Phasen des Klimakteriums zeigt: Ein relativer Argininmangel ist ein zentraler Mechanismus hinter dieser abnehmenden Gefäßfunktion. Mit fortschreitenden Wechseljahren sinkt die Argininverfügbarkeit im Körper – und damit die Fähigkeit der Gefäßwände, sich zu regulieren.2

Arginin ist die Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO) – einem Molekül, dessen Entdeckung 1998 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde.3 NO entspannt die Gefäßwände, macht sie elastischer und verbessert die Durchblutung. Steht dem Körper ausreichend Arginin zur Verfügung, können die Gefäße ihre natürliche Regulationsfähigkeit zurückgewinnen – Hitzewallungen nehmen ab, die Herzgesundheit wird unterstützt.4
Arginin hat darüber hinaus einen positiven Einfluss auf die Knochendichte: Es fördert die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen und hemmt gleichzeitig den knochenabbauenden Prozess – ein in den Wechseljahren besonders relevanter Effekt, da das Osteoporoserisiko mit sinkendem Östrogen spürbar steigt.5
Lysin – der stille Verstärker und Knochenschützer
Lysin ist eine essentielle Aminosäure – das bedeutet, der Körper kann sie nicht selbst herstellen und ist täglich auf Zufuhr angewiesen. Für Frauen in den Wechseljahren ist Lysin aus zwei Gründen besonders wertvoll.
Der erste Grund ist die Wechselwirkung mit Arginin. Lysin und Arginin konkurrieren im Körper um dieselben Transportwege in die Zellen. Klingt das kompliziert? Das Prinzip ist eigentlich einfach: Nimmt man Lysin zusätzlich zu Arginin ein, verlangsamt Lysin die Aufnahme von Arginin in die Zellen – und sorgt dadurch dafür, dass mehr Arginin im Blut verbleibt. Dort steht es länger und in höherer Konzentration zur Verfügung, um in Stickstoffmonoxid umgewandelt zu werden.6 Die Wirkung von Arginin auf die Gefäße wird so spürbar verlängert und verstärkt – ohne dass man mehr Arginin einnehmen müsste.
Der zweite Grund betrifft die Knochen. Lysin ist ein unentbehrlicher Baustein für Kollagen – das Protein, das den Knochen ihre innere Struktur verleiht. Gleichzeitig fördert Lysin die Aufnahme von Kalzium in Knochen und Zähne, was es zu einem wichtigen Verbündeten in der Vorbeugung von Osteoporose macht.7 In einer Studie an menschlichen Knochenzellen zeigte sich, dass Lysin in Kombination mit Arginin das Wachstum der knochenaufbauenden Zellen signifikant steigert – stärker als jede Aminosäure allein.6 Da Frauen nach der Menopause besonders schnell an Knochenmasse verlieren, ist diese Wirkung klinisch besonders relevant.
Carnitin – unterstützt die Gewichtsregulierung und das Wohlbefinden
Gewichtszunahme in den Wechseljahren hat häufig metabolische Ursachen: Der Stoffwechsel verlangsamt sich, Fett wird schlechter verbrannt, der Körper reagiert anders auf Ernährung als zuvor. Viele Frauen bemerken diese Veränderung trotz gleichbleibender Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten.
Carnitin ist der Transportstoff, der Fettsäuren in die Zellen bringt, wo sie als Energie verbrannt werden. Ohne ausreichend Carnitin bleibt Fett gespeichert, statt genutzt zu werden. In einer klinischen Studie aus dem Jahr 2013 führte die Einnahme von L-Carnitin zu einem signifikanten Gewichtsverlust bei übergewichtigen Teilnehmern – durchschnittlich 400 g Körperfett in vier Wochen, bei unveränderter Ernährung und Bewegung.8
Carnitin wirkt aber nicht nur auf den Fettstoffwechsel. Es verbessert die Energieversorgung der Gehirnzellen, unterstützt die Stressresistenz und hat stimmungsaufhellende Eigenschaften – alles Aspekte, die gerade in einer Phase hormoneller Umstellung von Bedeutung sind.9
Wer Carnitin gezielt supplementieren möchte, sollte auf Carnipure® von LONZA achten – die reinste verfügbare Form von L-Carnitin-Tartrat mit pharmazeutischem Qualitätsstandard, die in zahlreichen klinischen Studien eingesetzt wurde.
Die für die Wechseljahre relevanten Aminosäuren – Lysin, Arginin und Carnitin – werden auch als Nahrungsergänzung angeboten. Die Kunst liegt darin, genau die richtigen in der passenden Kombination zu finden. Statt sich die einzelnen Aminosäuren mühsam selbst zusammenzustellen, lohnt ein Blick auf unser Vergleichsportal www.aminosäuren.de . Dort werden einmal jährlich die 70 wichtigsten Aminosäuren-Präparate nach wissenschaftlichen Kriterien getestet und verglichen – einschließlich solcher, die gezielt auf die Wechseljahre zugeschnitten sind. Erfahrungsgemäß finden sich die besten davon nicht im großen Online-Handel, sondern bei spezialisierten Anbietern.
Quellen
1Sekhon, L.H. & Agarwal, A. (2013) The Menopause and Oxidative Stress, Studies on Women’s Health (pp. 181–203)
2Klawitter, J. et al. (2017) A relative L-arginine deficiency contributes to endothelial dysfunction across the stages of the menopausal transition, Physiological Reports, 5(17): e13409
3The Nobel Assembly at Karolinska Institutet (1998) The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1998, nobelprize.org
4Tuomikoski, P., Ylikorkala, O. & Mikkola, T.S. (2012) Plasma nitrite/nitrate levels in women with postmenopausal hot flushes, Climacteric, Volume 15, Issue 2 (pp. 153–156)
5Visser, J.J. & Hoekman, K. (1994) Arginine supplementation in the prevention and treatment of osteoporosis, Medical Hypotheses, Volume 43 (pp. 339–342)
6Torricelli, P. et al. (2002) L-arginine and L-lysine stimulation on cultured human osteoblasts, Biomedicine & Pharmacotherapy, Volume 56, Issue 10 (pp. 492–497)
7Civitelli, R. et al. (1992) Dietary L-lysine and calcium metabolism in humans, Nutrition, Volume 8 (p. 400)
8Odo, S., Tanabe, K. & Yamauchi, M. (2013) A Pilot Clinical Trial on L-Carnitine Supplementation in Combination with Motivation Training, Food and Nutrition, Volume 4 (pp. 222–231)
9Evangeliou, A. & Vlassopoulos, D. (2003) Carnitine Metabolism and Deficit – When Supplementation is Necessary?, Current Pharmaceutical Biotechnology, Volume 4, Issue 3 (pp. 211–219)