Methionin

In seiner natürlichen L-Form ist Methionin eine proteinogene Aminosäure. Sie zählt zu den essentiellen Aminosäuren und kann vom Körper nicht selbst synthetisiert werden. Deshalb ist die ausreichende Zufuhr über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel von entscheidender Bedeutung.

Schwefelverbindungen kommen in allen Lebewesen vor und haben eine Vielzahl von Funktionen. Neben Cystein ist Methionin die einzige schwefelhaltige Aminosäure. Darüber hinaus spielt Methionin eine wichtige Rolle bei der Synthese vieler wichtiger Proteine wie beispielsweise Carnitin oder Melatonin. Methionin wirkt fettlösend und schränkt die Fettablagerung in der Leber ein.

Methionin ist eine wichtige knorpelaufbauende Substanz

Für ihren Aufbau benötigen Gelenkknorpel vor allem Schwefel. Steht dem Organismus zu wenig Schwefel zur Verfügung, so hat das auf den gesunden Menschen lange Zeit keinen negativen Einfluss. Bei Menschen, die an Arthrose leiden, kann sich ein Schwefelmangel allerdings bereits zu Beginn der Erkrankung negativ auf den Heilungsprozess des geschädigten Gewebes auswirken.

Studien haben gezeigt, dass der Knorpel von gesunden Menschen etwa dreimal so viel Schwefel enthält wie der von Arthrosepatienten.1 Erschwerend kommt hinzu, dass viele Arthrosemedikamente Sulfate binden, das sind die Salze der Schwefelsäure. Der Bedarf an Schwefel steigt überdurchschnittlich.

 

Methionin

Die Ankurbelung der körpereigenen Schwefelproduktion ist angeraten. Nun kann man allerdings nicht einfach Schwefel beispielsweise in Form von Tabletten oder Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen. Vielmehr ist der Umweg über die Zufuhr der Aminosäure Methionin angezeigt, denn in Kombination mit den B-Vitaminen können zahlreiche schwefelhaltige Verbindungen produziert werden. Methionin ist dabei in dreierlei Hinsicht von Bedeutung: Es wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und regt zur Bildung von Knorpelgewebe an.

Methionin stärkt die Nägel und wirkt gegen Haarausfall

Aufgrund seiner Eigenschaft schwefelhaltige Ketten zu bilden, die sich untereinander wiederum vernetzen, ist Methionin in der Lage die Struktur von Haaren und Nägeln zu stärken.2 Im Rahmen eines Dermatologen-Kongresses wurde 2006 in Florenz eine Studie veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kam, dass sich der Anteil der Haare, die sich in der Wachstumsphase befanden, bei der Methionin-Gruppe, die ein Kombipräparat aus Aminosäuren und dem Vitamin-B-Komplex verabreicht bekamen, signifikant über dem der Kontrollgruppe lag.3

Quellen

1Soeken, K.L., Lee, W.L., Bausell, R.B., Agelli, M. & Berman, B.M. (2002) Safety and efficacy of S-adenosylmethionine (SAMe) for osteoarthritis, Journal of Family Practice, Volume 51, (pp. 425-430)

2Haneke, E. & Baran, R. (2011) Micronutrients for Hair and Nails, Nutrition for healthy skin, Volume 2, (pp. 149-163)

3Alonso, L. & Fuchs, E. (2006) The hair cycle, Journal of Cell Science, issue 119, (pp. 391-393)

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